Konzept

Zur Beantwortung der Frage, wie es um die Qualität von Maßnahmen der schulischen Gesundheitsförderung bestellt ist, wurden in der Vergangenheit oftmals ausschließlich Wirksamkeitsevaluationen durchgeführt. Mit Hilfe solcher Evaluationsstudien wird geprüft, ob die Maßnahme auch mit spürbaren Gewinnen der Gesundheit der Zielgruppen einhergeht. Auch wenn entsprechende Nachweise eine Voraussetzung qualitätsvoller Programme sind, so umfasst ein ganzheitliches Qualitätsverständnis mehr als nur den Nachweis der Wirksamkeit.

Seit etwa Mitte der 90er Jahre wird diese enge Sichtweise auf Qualität durch die Entwicklung umfassender Qualitätsintrumente und -verfahren erweitert. Im Vordergrund stehen dabei nicht mehr nur Fragen der Wirksamkeit, sondern ebenfalls Aspekte der Umsetzung oder auch des Konzeptes. Die Mehrheit dieser Qualitätsverfahren ist generischer, d.h. unspezifischer Natur. Diese Verfahren haben somit den Anspruch, die Qualität unabhängig vom Durchführungssetting und dem jeweiligen Thema erfassen zu können. Entgegen dieser Auffassung gehen wir jedoch davon aus, dass jedes Setting spezifische Rahmenbedingungen und Prozessmerkmale aufweist. Ob eine gesundheitsbezogene Maßnahme erfolgreich ist, wird also auch von dem Ausmaß bestimmt, inwiefern die Maßnahme die spezifischen Bedingungen und Zugänge des jeweiligen Settings berücksichtigt. Mit anderen Worten: ein gesundheitsbezogenes Programm, dass in der Schule durchgeführt wird, muss andere Voraussetzungen erfüllen als eines, was im Betrieb umgesetzt wird.

 

Gesundheitsbezogene Programme bilden den Gegenstand des QGPS-Verfahrens. In deutlicher Abgrenzung vom Projektbegriff wird ein Programm im QGPS-Verfahren als ein bereits erarbeitetes, erprobtes und dauerhaft verfügbares Konzept verstanden, welches über miteinander verbundene Aktivitäten der Verbesserung von Gesundheit dient. Im Gegensatz zum Projekt zeichnet sich ein Programm vor allem durch seine personenunabhängige Replizierbarkeit, seine Regelhaftigkeit sowie durch ein nicht fest definiertes Ende aus, wenngleich die Länge eines Durchgangs für die Teilnehmer in Abhängigkeit der Programmgestaltung durch eine fest definierte Anzahl von Sitzungen, Treffen etc. begrenzt sein kann.

 

Der Settinggedanke bildet den Ausgangspunkt des QGPS-Verfahrens. Im Gegensatz zu den generischen, d.h. unspezifischen Qualitätsverfahren, berücksichtigt das QGPS-Verfahren die schulischen Besonderheiten und untersucht, inwiefern Programme der Gesundheitsförderung und Prävention diese berücksichtigen.

Der Nutzen des QGPS-Verfahrens lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

  1. Mit der Orientierung an Dimesionen, Bereichen und Merkmalen ermöglicht das QGPS-Verfahren eine systematische Bewertung von gesundheitsbezogenen Programmen in Schulen.
  2. Die mit Hilfe des QGPS-Verfahrens gewonnenen Ergebnisse sollen zu einer Steigerung der Transparenz von Qualität gesundheitsbezogener Programme in Schulen beitragen.
  3. Über die Herstellung von Transparanz sollen die Aktuere der (schulischen) Gesundheitsförderung und Prävention in ihrer Handlungsfähigkeit gestärkt werden.
  4. Über die durch das QGPS-Verfahren ermittelten Bewertungsergebnisse sollen gezielt Impulse zu einer kontinuierlichen Qualitätsentwicklung von gesundheitsbezogenen Programmen geleistet werden.